Beobachter auf leisen Pfoten: Eine kleine Kulturgeschichte des Luchses

Deko

Beobachter auf leisen Pfoten: Eine kleine Kulturgeschichte des Luchses

Vortrag

Auch wenn man ihn so gut wie nie zu Gesicht bekommt, kann es in immer mehr Waldregionen passieren, dass man von einem Luchs beobachtet wird. Der Luchs zieht es vor, im Verborgenen zu bleiben, im Dickicht der Natur, in den Tiefen kulturgeschichtlicher Archive. Anders als Bär und Wolf bevölkert er nur selten Kunst und Literatur. In Erscheinung tritt er aber immer dann, wenn sich die europäische Zivilisation mit ihren Selbstwidersprüchen konfrontiert sieht – in Krisenmomenten und Schwellenzeiten wie der Renaissance, der Aufklärung oder in der globalen ökologischen Krise unserer Zeit. So ist es wahrscheinlich kein Zufall, dass der Luchs, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa so gut wie ausgerottet war, gerade jetzt in unsere Wälder und Wahrnehmung zurückkehrt, während eines vom Menschen verursachten Artensterbens ungeahnten Ausmaßes.
In seinem Portrait des Luchses als scharfsichtigem Beobachter solcher Umbrüche zeichnet Bernhard Malkmus eine faszinierende alternative Geschichte unserer Kultur nach. Anhand von Dokumenten von der Antike bis zur Gegenwart, von Galilei, Goya und Lévi-Strauss, wird der Luchs als kluger Kenner des Menschen lebendig. Er lädt uns dazu ein, über den Zusammenhang zwischen Naturvernichtung und instrumenteller Vernunft im Zeitalter des Anthropozäns nachzudenken. Die Wiedereinbürgerung des Luchses stellt uns die lange verdrängte Frage, inwieweit wir uns selbst wieder ein Stück auswildern müssen, um uns als Bürger der Biosphäre bewähren zu können.

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  • 24.02.2023
  • Veranstaltungsbeginn: 19:00 Uhr
    Veranstaltungende: 20:30 Uhr
  • ZUK Tagungsraum 4
  • 0 € Spende
  • Bernhard Malkmus
  • Freie Plätze: 50
  • 22.02.2023
  • Erwachsene

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Monika Fiebig
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