Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen – Naturerfahrung in der Klosterjagd

Die Klosterjagd umfasst ca. 320 ha Feuchtwiesen, Viehweiden und ca. 50 ha Wald. Sie wird als Eigenjagd betrieben, dabei werden strenge Maßstäbe einer ethisch verantwortbaren und naturnahen Jagdausübung angelegt. In der Regel wird nur Rehwild bejagd und im Sinne des Artenschutzes, bedrohte Tierarten besonders geschützt. Darüber hinaus wird die Jagd für pädagogische Zwecke genutzt.


Gegen Sonnenuntergang verändern sich die Stimmungen im Moor. Während wir Menschen langsam müde werden, regt sich die Natur: Laubfrösche fangen an zu quaken, man hört Vögel rufen, Rehe äsen auf den Lichtungen. Die Teilnehmer werden an Hochsitze geführt und lassen den Abend kommen, ohne Handy, ohne Uhr, auch ohne Fernglas beobachten Sie Rehe und Hase, vielleicht sogar einen scheuen Fuchs. So kann man die Stimmungsveränderungen intensiv erleben, ein Ausstieg auf Zeit, ein Einstieg in sich selbst.

Damit dieses besondere Naturerlebnis in einem Jagdrevier noch möglich ist, wird der Jagdruck möglichst gering gehalten. In der Regel wird gegen Mitte bis Ende Mai, also noch vor Brutbeginn der Wiesenbrüter, in wenigen Sammelansitzen das Rehwild nach den gesetzlichen Vorgaben bejagt. Dieser Abschuss ist aus landschaftspflegerischen Gründen zurzeit noch notwendig, damit sich der Wald verjüngen kann.