Grünlandexensivierung auf dem Klosterland - mit gutem Beispiel voran

Auf Moor umfasst das Klosterland 145 ha Grünland und 50 ha Fichtenforste. Es wurde ein Jahrhundert lang relativ intensiv bewirtschaftet. Das ZUK hat diese klostereigenen Ländereien seit 1992 gepachtet und dem Naturschutz zur Verfügung gestellt. Die Futterwiesen sollen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere weiterentwickelt werden.
Eine intensive Grünlandbewirtschaftung geht mit einer Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt einher. Die Ursachen sind vielfältig. Die seltenen, hier noch lebenden Vögel wie der Wachtelkönig oder der Kiebitz sind Wiesenbrüter, sie legen ihre Eier unmittelbar auf den Boden.  Nur auf den ein- bis zweischürigen Wiesen können sich deshalb ungestört die Jungen entwickeln. Auf den vierschürigen, gut gedüngten Wiesen werden genügsame, langsam wachsende Gräser und Kräuter verdrängt, die wiederum Futterpflanzen für Insekten sein können. Deshalb hat das ZUK in neuen Pachtverträgen mit den Landwirten Vereinbarungen für eine naturschutzgemäße, extensive Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden getroffen:
  • zur Ausmagerung, also gezielten Nährstoffverarmung, wird das Schnittgut entfernt und anderweitig genutzt, aber nicht mehr gedüngt
  • der erste Schnitt erfolgt auf den dorfferneren Flächen erst ab Mitte Juni, teilweise erst ab Anfang Juli oder August
  • die Mahd wird von innen nach außen durchgeführt, um Tieren die Flucht zu ermöglichen und es verbleiben Brachestreifen auf den Flächen
  • nach der Ausmagerung werden die Entwässerungsgräben angestaut, um eine Wiedervernässung der Wiesen zu erreichen, anfänglich in Handarbeit durch Mitarbeiter des ZUK, jetzt durch den Maschinenring
  • verrohrte Bachläufe werden wieder geöffnet
  • Streuwiesen werden wieder gepflegt.
   
Die Extensivierungs- und Renaturierungsmaßnahmen gelten als landesweit beispielhaft und haben Modellcharakter auch für andere Regionen. Auf den extensiv bewirtschafteten Flächen zahlen die Landwirte geringe Pachtzinsen und beziehen Förderung über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm.


Diese extensive Bewirtschaftung stabilisiert sehr rasch die Populationen selten gewordener Arten. Wachtelkönig, Wiesenpieper und Bekassine nutzen die offenen, mageren und zunehmend feuchter werdenden Wiesen als Brutraum.
Seltene Heuschrecken- und Tagfalterarten finden wieder ein Zuhause. Beispielsweise hat das gefährdete Blaukernauge (Minois dryas) auf den einschürigen Magerwiesen ein passendes Habitat gefunden, die Population hat sich mittlerweile auf dem Klosterland etabliert.

Auch die Wiedervernässung der ausgemagerten Wiesen zeigt Erfolge:
Sobald die Dämme fertig gestellt waren, wurden wieder seltene Vogelarten wie Rotschenkel, Schwarzstörche, einige Male auch Kampfläufer beobachtet. Die auf der Roten Liste als stark gefährdet geführte, sehr scheue Krickente und der Zwergtaucher sind sogar wieder als Brutvogel heimisch geworden. Am renaturierten Dorf- und Moosmühlbach kann man jetzt tauchenden Eisvögeln zuschauen, mit etwas Glück sieht man sogar einen Schwarzmilan oder eine Kornweihe auf der Jagd.