Benediktbeurer Rezeptar

Handschrift des Benediktbeurer Rezeptars aus dem 13. Jahrhundert

Im Mittelalter prägten Klöster die abendländische Arzneikunde. Nonnen und Mönche kultivierten in Klostergärten Gemüse, Gewürze, Arzneikräuter sowie Zierpflanzen und verfassten Bücher über deren heilsame Wirkung. Häufig übernahmen Klöster die gesamte medizinische Versorgung: Neben der Funktion des Arztes und Pflegers hatten sie damals gleichzeitig das Amt des Apothekers inne. Die Weitergabe dieses medizinischen und pharmazeutischen Wissens blieb zunächst auf die Abteien beschränkt, da es in lateinischer Sprache niedergeschrieben war. Um die Pflanzenheilkunde auch der örtlichen Bevölkerung zugänglich zu machen, übersetzen einzelne Mönche im Laufe des Mittelalters die heilkundlichen Werke oder Teile davon ins Mittelhochdeutsche.

Das Benediktbeurer Rezeptar gehört zu den ältesten erhaltenen medizinischen Handschriften aus dem bayerischen Raum, die im 13. Jahrhundert verfasst wurden. Einzelne darin enthaltene Rezepte aus der Pflanzenheilkunde sind wesentlich älter. 35 Pflanzen mit ihren Anwendungsempfehlungen werden im Benediktbeurer Rezeptar erklärt. Es dient noch heute als Quelle der traditionellen Klostermedizin.

Hier finden Sie (als Download, bitte jeweils anklicken):

- Handschrift des Benediktbeurer Rezeptars

- Transkription des Benediktbeurer Rezeptars (Dr. Ursula Huber)

- Deutsche Übersetzung des Benediktbeurer Rezeptars (Dr. Gottfried Mayer)