Ein Kleinod im Voralpenland – die Loisach-Kochelsee-Moore

Quasi vor der Haustür des Klosters liegen die Loisach-Kochelsee-Moore. Diese wertvolle Moorlandschaft entlang der Loisach entstand in der Würmeiszeit vor mehr als 15.000 Jahren. Die ausgedehnten Nieder- und Hochmoorflächen umfassen 3.600 ha. Nicht nur wegen ihrer Größe zählen diese Moore zu den bedeutendsten Moorgebieten Süddeutschlands:
Das Gebiet zwischen Penzberg und Kochelsee ist aufgrund seiner artenreichen Flora und Fauna sowohl ökologisch als auch touristisch besonders wertvoll. Als Schutzgebiete von europaweiter Bedeutung ist es als FFH- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Das Naturschutzbüro des Zentrums für Umwelt und Kultur engagiert sich seit 1992 in Kooperation mit der Regierung von Oberbayern für die Pflege und Entwicklung dieser einzigartigen Landschaft.
Das Bild rechts oben zeigt die abwechslungsreiche Folge von extensiv genutzten Streuwiesen, naturnah erhaltenen Hochmooren und Futterwiesen. Diese großflächigen Lebensräume  sind reich an seltenen Tier- und Pflanzenarten. Wiesenbrütende Vogelarten wie der Große Brachvogel, Wachtelkönig, Bekassine, Wiesenpieper leben hier in bedeutenden Populationen. Für Braunkelchen (1/5 des bayerischen Bestandes) und Schwarzkehlchen (1/6 des bayerischen Bestandes) sind die Loisach-Kochelsee-Moore das wichtigste Brutgebiet in Bayern.Insgesamt brüten oder rasten in diesem Gebiet mehr als 200 Vogelarten. Viele vom Aussterben bedrohte oder in Bayern stark gefährdete Reptilien, Amphibien und Insekten haben in dieser alten Kulturlandschaft eine Heimat gefunden, so die Kreuzotter und viele seltene Libellenarten.
   
Vorrangiges Ziel des Naturschutzbüros im ZUK ist, durch enge Kooperation mit den Nutzern und den zuständigen Behörden die Moore zu erhalten. Grundlage für die koordinierende Arbeit bildet ein Pflege- und Entwicklungsplan.

Naturschutz nützt uns allen!

Maßnahmen für den Arten- und Biotopschutz bringen vielfältigen Nutzen für die Region:
  • Aufnahme und langfristige Speicherung hoher Niederschlagsmengen,
  • Grundwasserschutz aufgrund der Filterwirkung,
  • Förderung der kleinbäuerlichen oberbayerischen Landwirtschaft,
  • Erhalt einer vielfältigen, für einen sanften Tourismus interessanten Landschaft.
Eine herausragende Rolle in der Landschaftsschutzarbeit spielen die beteiligten Bauern. Ohne ihre Bereitschaft, an Programmen für eine extensivere Bewirtschaftung der Flächen teilzunehmen, wäre ein Biotopschutz nicht möglich.