Beobachtungsstationen

Einzelbesucher und Gruppen mit bis zu 40 Personen können für intensive Naturbeobachtungen und Forschungsarbeiten die Beobachtungstände und Freilandlabors der Außenstationen Moosmühle, Fuchsbichl-Stadl und Loisach-Stadel nutzen.
In umfunktionierten Hütten und Stadeln, ausgestattet mit Fernrohren, Bestimmungsliteratur, Kescher und Mikroskopen können Sie die Quartiere von Fledermäusen, Vögeln, Kleinsäugern und Insekten kennen lernen.
Besonders erlebnisreich ist die Beobachtung von Wildtieren bei Nacht sowie der Winterfütterung seltener Vogelarten. Spezielle Vorrichtungen erlauben dem Besucher, auch störungsempfindliche Tierarten unbemerkt zu beobachten.
Wenn Sie und Ihre Gruppe eher die Abgeschiedenheit der Berge suchen, steht auf dem Weg zur Benediktenwand die Selbstversorger-Hütte „Kohlstatt-Alm“ zur Verfügung. Sie kann zu Fuß in zwei Stunden erreicht werden.

Auch innerhalb des Maierhofs gibt es Angebote der Natur-Beobachtung:

Beispielsweise die

Blattschneiderameisen

Im ZUK kann die Lebensweise einer Kolonie von Blattschneiderameisen (Gattung Atta sexdens) beobachtet werden. Der Ameisenstaat mit seinen etwa 2 bis 3 Millionen Mitgliedern hat sein Zuhause in einem Formicarium, das im Südwestfoyer des Maierhofes aufgebaut ist. Die Lebensweise dieser Blattschneiderameisenart, die ursprünglich in den tropischen Regenwäldern Südamerikas beheimatet ist, bietet umweltpädagogische Einstiegshilfen zu Themen wie

- Nachhaltige Lebensstile,

- Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen (Bsp. Kommunikation, Konfliktlösungsstrategien, Gruppenerfahrung) sowie für

- naturwissenschaftliche / ökologische Fragestellungen (zum Ameisenvolk).

Blattschneiderameisen haben ein ausgeprägtes Sozialleben. Dieses ist so perfektioniert, dass die Tiere wie ein einziges Lebewesen gemeinsam agieren – ein Superorganismus. Die Arbeiterinnen dieser Ameisenkolonie sind aufgeteilt in unterschiedliche „Berufsgruppen“ und leben in ca. 60 Kasten und Unterkasten. Jede Kaste ist auf eine Aufgabe spezialisiert und unterscheidet sich auch in Größe und Aussehen von den anderen.

In speziellen Gärten züchten Blattschneiderameisen einen Pilz, von dem sich die Kolonie ernährt. Dieser Pilz lebt ausschließlich in Symbiose mit diesen Blattschneiderameisen. Es ist eine Eigenzüchtung dieser Ameisenart. Um den Pilz zu füttern, schneiden große Arbeiterinnen mit kräftigen Kiefern Stücke aus Blättern heraus, kleinere Arbeiterinnen verschiedener Kasten zerkleinern die Blattstücke und transportieren sie auf einer „Ameisenautobahn“ zum Nest. Dort werden die Blattstücke von anderen Arbeiterinnen auf die Eignung für den Pilz kontrolliert und weiter zu einem Blattbrei zerkaut, auf dem der Pilz wie ein großer Badeschwamm wächst. Die zuständigen „Pilzgärtnerinnen“ des Ameisenvolkes hegen und pflegen den Pilz. Andere Arbeiterinnen ernten die herangewachsenen kleinen Fruchtkörper des Pilzes, verteilen und verfüttern diese „Lunchpakete“ an die Brut (Nachkommen) sowie an hungrige Artgenossen.

Im Inneren des Pilzgartens lebt auch die einzige Königin. Sie verbringt ihr ganzes Leben in diesem Pilzgarten und wird von einem eigenen Hofstaat betreut. Ihre einzige Aufgabe ist es, ununterbrochen Eier zu produzieren (in ihrer Lebenszeit von bis zu 30-40 Jahren etwa 300 Millionen Nachkommen).

Zahlreiche weitere Aufgaben nehmen die Arbeiterinnen in diesem Ameisenstaat wahr. Ebenfalls spannend sind ihre verschiedenen Möglichkeiten der Kommunikation, mit der sie ihre Arbeitsteilung regeln.

Die Ameisenkolonie im ZUK verzehrt täglich das Blattmaterial eines gut gefüllten 10 Liter-Eimers, insbesondere die Blätter von Liguster und Brombeere (stehen auch im Winter zur Verfügung). Im Sommer sind außerdem Blätter von Obstbäumen, Haselnuss und Rosensträuchern ein Bestandteil des Futters, im Winter Obst und Haferflocken.